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V'01: Three-Five People


23.10.2001, 20:30

Regie: Lin Li
USA 2001 / 85 Minuten / Betacam SP/1:1,33/Farbe
Dokumentarfilme

Three-Five People: Sie heißen so, weil man sie um 350 Yuan aus dem Gefängnis freikaufen kann. Ein fixer Preis - und keine dummen Fragen. Sie, das sind drei Kinder (von vielen), die auf dem Bahnhofsgelände von Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan herumlungern, um bei passender Gelegenheit Vorbeigehenden die Ohrringe mit einem Ruck aus den Ohren zu reissen. Damit finanzieren die drei, ein Mädchen und zwei Jungen zwischen elf und vierzehn Jahren, ihren Heroin-Konsum. Ein Ohrring bringt die Tagesration, der zweite geht an den Ğer paiğ, den Spitzel, der eigentlich solche Vorfälle an die Polizei melden sollte. Alle wissen Bescheid, die Taxifahrer, die Behörden, aber keiner unternimmt etwas: Die Kinder sind minderjährig, daher kann die Staatsmacht wenig tun, ins Waisenhaus kann man sie nicht stecken, weil sie meistens noch einen Elternteil haben. Dazu kommt, dass der große Dealer ein Polizeibeamter ist, der bei anderen den Stoff konfisziert, den er an die Kinder weiterverkauft.

China auf dem Weg zu den Segnungen der kapitalistischen Welt: Kinder, die ungerührt davon sprechen, dass man sich möglichst nicht in die Hauptschlagader stechen soll, Kinder, die sich den Stoff in die Schamgegend spritzen, weil der ganze Körper schon mit Narben übersät ist, Kinder, die das restliche Blut aus der Spritze auf ihre
Zigaretten streichen, damit auch das letzte Restchen Heroin optimal genützt wird.
Die Regisseurin wagt ein riskantes Experiment: Sie versucht, die drei von der Straße zu holen, nimmt sie mit in ihr Hotel, will sie in eine Entziehungsstation in Beijing bringen. Das Mädchen taucht erst gar nicht auf, die beiden Jungen fahren zwar mit, werden aber später rückfällig. Kein schöner Film, gewiss, aber einer, der nichts verbirgt und nichts vortäuscht: Wenn sich das Mädchen die Nadel ansetzt, dann bleibt die
Kamera drauf, quälende Minuten lang, so lange es eben dauert, die Sucht zu betäuben. Ein Blick in eine Welt ohne Mitleid, ein Blick in die Hölle. (Andreas Ungerböck)

LIN LI
Geboren 1960 in Beijing. Studiert Bildhauerei an der Lu Xun Academy und an der University of New South Wales in Australien. Dazwischen arbeitet sie als Ausstatterin in einem Peking-Oper-Theater in Liaoning. Von 1999 bis 2001 studiert sie Film am California Institute of the Arts. Li Lin lebt in Sydney. Three-Five People ist ihr erster Langfilm nach mehreren Kurzfilmen, darunter Soul Flight (1996), Floating (2000) und Rebirth (2000).

http://www.viennale.at/de/programm/film.shtml?215


(Mit freundlicher Genehmigung der VIENNALE)
location / organization
Stadtkino
Schwarzenbergplatz 7
1030 Wien


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