dates & events


 | täglich alles
 | das ganze monat
 | a.c.t.i.o.n. - dates per mail

 | termine
 | eintragen  

user services


 | messages  | preferences

 | logout  | anmelden  | passwort vergessen?

free4u


 | anmeldung für eine eigene seite bei action.at

search


 | suche auf action.at

sitemap

_>


about


 | konzept  | statuten  | people

 

dates & eventes



V'01: Kyua


24.10.2001, 18:30

Cure
Regie: Kiyoshi Kurosawa
Japan 1997 / 115 Minuten / 35 mm/1:1,85/Farbe / OmeU
Restless Souls

Als eine junge Prostituierte brutal ermordet aufgefunden wird, trifft Polizeiinspektor Takabe am Tatort ein und findet eine auffällige Parallele zu anderen Mordopfern: Jedes von ihnen wurde mit einem großen, quer über den Hals geritzten X aufgefunden. Man findet den Mörder der Prostituierten sehr schnell. Er gibt den Mord zu, weiß aber nichts mehr über die Umstände oder darüber, warum er das Mädchen umgebracht hat. Ein weiterer ähnlicher Fall passiert, und Takabe sieht sich mit einer verblüffenden Tatsache konfrontiert: Offenbar gibt es jemanden, der harmlose Menschen mit Hilfe psychologischer Beeinflussung dazu bringt, andere Leute zu ermorden. Es ist der ehemalige Psychiatriestudent Mamiya, der zu Takabes bisher gefährlichstem Gegner wird. Darüber hinaus hat Takabe auch große private Sorgen.

Mit der Figur des charismatischen Bösen Mamiya ist Kiyoshi Kurosawa ein Geniestreich gelungen: Dieser nach außen hin so sanfte Engel ist eine der unglaublichsten Killer-Gestalten in der Geschichte dieses Genres. Wie er die Menschen dazu treibt, ihre dunkelsten Fantasien auszuleben, ist schlicht atemberaubend. (Thomas Ritter)

Wie in allen guten Thrillern, ist der Held das Spiegelbild des Killers. Takabe allein versteht die doppelte Bedeutung hinter Mamiyas verstörender Frage «Wer bist du?», die dieser jedem seiner Opfer stellt. Er versteht sie, weil er sich der Instabilität seiner Identität bewusst ist: Seine Frau Fumie driftet langsam in den Wahnsinn ab, agiert oft auf eine Weise, die sie nicht erklären kann, genauso wie Mamiyas Opfer. Als unser Vertreter in der Geschichte versucht Takabe, die Verbrechen aufzuklären und sich um seine Frau zu kümmern; er verkörpert unsere Sehnsucht nach Gewissheit und nach «Heilung». Doch Kurosawa verweigert uns die Erfüllung dieser Hoffnung. Auch der Schluss von Cure ist nicht eindeutig. Kurosawa unterminiert die Sicherheit der Genre-Konventionen und somit die Stabilität des Kinos selbst dank einer Montage, die Realität und Fantasie mischt und mehr Fragen als Antworten hervorbingt.

Cure erhebt sich weit über seinen Genre-Status. Zum einen ein großartiger Horrorfilm, ist er zum zweiten eine Erforschung des Identitätsverlustes im Zeitalter der Postmoderne, eine Beschwörung der Rückkehr dessen, was durch unsere Begriffe von Zivilisation und häuslicher Ruhe unter die Oberfläche gedrängt wurde. (Aaron Gerow)

KIYOSHI KUROSAWA
Geboren 1955 in Kobe. Soziologiestudium. Dreht Super-8-Filme und arbeitet als Regieassistent, ehe er 1983 sein Regiedebüt Kanagawa Wars fertigstellt. Danach entstehen The Excitement of the Do-Re-Mi-Fa Girl (1985), Sweet Home (1989) und The Guard from Underground (1992). 1997 feiert er mit Cure (VIENNALE 98, siehe S. 270) einen großen internationalen Erfolg. Für Kairo wird er 2001 in Cannes mit dem FIPRESCI-Preis in der Sektion Un Certain Regard ausgezeichnet. Weitere Filme (Auswahl): The Eyes of the Spider (1998), Serpent's Path (1998), License to Live (1998), Charisma (1999), Barren Illusion (1999, VIENNALE 99), Seance (2000, VIENNALE 2000).

http://www.viennale.at/de/programm/film.shtml?176


(Mit freundlicher Genehmigung der VIENNALE)
location / organization
Künstlerhaus Kino
Akademiestraße 13
1010 Wien


termin versenden
diesen termin versenden

more events
weitere termine am 24.10.

 
 
artists communication theory information organizations network
==== ©reated '98-'01 by a.c.t.i.o.n. ====